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Wir sind das Talvolk!

Förderrunde 4: 2019–2021

Thomas Meier ist ein Architekt, der sich nicht nur mit Gebäuden auskennt, sondern auch mit dem „Bauen“ von ganzen Lebensgemeinschaften. In Schloss Tonndorf, einem über tausend Jahre alten Gemäuer am nördlichen Rand des Thüringer Waldes zwischen Weimar und Erfurt, kümmert er sich seit 2005 gemeinsam mit 60 kleinen und großen Bewohnerinnen und Bewohnern um den Erhalt des Bauwerks und die Nutzung des 15 Hektar großen Grundstücks. Und nicht nur das. „Wir arbeiten an einer resilienten Gemeinschaft“, sagt Thomas Meier. „Sie soll zukunftsfähig und beständig sein.“

Die Erfahrungen mit dieser Lebensgemeinschaft nutzt er nun für den Aufbau des Projekts „Talvolk“. „So nannte man früher die Einwohner der vier Dörfer in diesem vom Wald eingerahmten Tals. Lange Zeit miteinander verbunden, entwickelte man sich irgendwann auseinander. Dabei verbindet die Menschen, die hier heute leben, weiterhin ein ähnlicher kultureller und geografischer Ursprung. Darauf lässt sich aufbauen.“ Engagierte Menschen aus den umliegenden Dörfern können zusammen lernen, wie man gemeinschaftlich Entscheidungen trifft und erfahren, wie verantwortungsvolles Handeln gelingt. „Ich wünsche mir, dass wir dann durch Veranstaltungen, Ausstellungen und gemeinsame Reisen in andere Orte, die an ähnlichen Themen arbeiten, herausfinden, wie ein ‚Resilienz-Plan‘ für unsere Dörfer entwickelt und umgesetzt werden kann.“

Dabei geht es u.a. um zeitgemäße Mobilitätkonzepte, Wege für würdevolles Altern oder etwa Bildungsevents zur Rekultivierung der Kulturlandschaft. Konkrete Lösungen sind zum Beispiel das Installieren von sogenannten Tramper-Bänken, die als Haltestellen für Menschen ohne Auto fungieren – wer dort sitzt, signalisiert: Bitte mitnehmen! Oder die Entwicklung eines Lehrpfads für Thüringer Obstraritäten. „Die Ideen kommen von selbst, sobald man nur die Probleme einmal verständlich gemacht hat“, glaubt Herr Meier. „Das sind große Herausforderungen, aber wir Einwohner müssen dringend aufwachen, denn wir brauchen neue Ideen, um unsere Region vor dem Ausbluten zu bewahren und für die Zukunft zu wappnen.“


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