Neulandgewinner, das sind Menschen, die selbst anpacken, um ihre Heimat zu einem Ort zu machen, an dem sie gerne leben. Menschen, die sich entschieden haben von Zuschauern zu Machern zu werden. Neulandgewinner, das ist eine Bewegung von Menschen, die glauben, das gute Heimat nicht einfach so vom Himmel fällt, oder von der Politik verordnet wird. Menschen, die wissen, dass wir heute neue Wege gehen müssen, um morgen gut miteinander leben zu können. Menschen, die gesellschaftliche Veränderungen als Chance sehen, und nicht als Gefahr. Neulandgewinner, erfinden heute unser Zuhause von morgen. Sie packen die Dinge gemeinsam an – voller Vertrauen, experimentierfreudig, eigensinnig, vielfältig und vor allem eins: Wild entschlossen!
Wir haben wieder ein buntes und umfangreiches Programm für euch zusammengestellt! Kommt vom 02.-04.09.22 nach Görlitz auf das legendäe Kühlhaus-Gelände und feiert die Aktiven der ländlichen Räume mit uns! Die Anmeldung ist ab sofort geöffnet.
Diese Verbeugung gilt allen Bewerbern, die sich für die 6. Förderrunde unseres Programms "Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort" beworben haben! Wir freuen uns riesig, jetzt die 83 eingereichten Anträge zu lesen! Vielen Dank!
Mehr Information zum weiteren Verlauf der Förderrunde 6 hier.
Die Förderrunde 6 starten wir in neuer Partnerschaft. Das Thünen-Institut für Regionalentwicklung und der Verein Neuland gewinnen e.V. führen zukünftig gemeinsam das Programm durch. Hinter uns stehen mit den Bundesländern Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Robert Bosch Stiftung starke Partner.
Bewerbungen sind bis zum 20. März 2022 über unser Bewerbungsportal möglich.
Zusammen mit der Ausschreibung zur 6. Runde des Programms Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort startet auch der neue Internetauftritt des Vereins Neuland gewinnen e. V.
Alle aktuellen Informationen über den Verein und seine Aktivitäten sind zukünftig nur noch dort zu finden und im Newsletter.
Auf dem angestrebten Weg zur Klimaneutralität bilden transportbedingte Emissionen für den Ökospeicher Wulkow eine große Hürde. Einerseits freuen wir uns über viele Gäste und Kund*innen aus nah und fern, anderseits fehlen (bislang) klimafreundliche Transport-Alternativen zur Anreise mit dem eigenen PKW oder individueller Abholung / Taxifahrt vom nächstgelegenen Bahnhof. Der ÖPNV bietet weder abends noch am Wochenende ein Angebot – Radwege enden in den Nachbardörfern. Mit diesem Thema und auf der Suche nach passenden Lösungen sind wir nicht allein und wir wissen von einigen spannenden Projekten und kreativen Ideen für eine klima- und menschenfreundliche Mobilität auf dem Lande. Mehr Informationen
Die Förderung kleinteiliger Einzelvorhaben und Maßnahmen soll zur Verbesserung des Wohnens und der Wohnumgebung, der Versorgung, der sozialen Infrastruktur, der Technik/Digitalisierung im Alter und des Zusammenlebens der Menschen aller Generationen beitragen. Mehr Informationen
Gute Entwicklung, demokratische Kultur und innovative Lösungen entstehen dort, wo sich die Aktiven vor Ort sich austauschen – gerade auch zwischen Amt und Initiativen. Das gilt besonders auch im ländlichen und kleinstädtischen Raum. Nach dieser langen Zeit der Beschränkungen spüren wir alle, wie dringend wir den gemeinsamen Austausch dazu brauchen. Mehr Informationen
Das Netzwerk Zukunftsorte war zum ÜBERLAND Festival 2020 nach Görlitz eingeladen und hat vor Ort einen eigenen Themenbereich gestaltet. Unter dem Motto "Impulsorte und ihre Netzwerke" wurde sich ausgetauscht und Informationen zusammen getragen. Eine Sammlung der Inhalte findet ihr hier:
Wie funktionieren Netzwerke zwischen Akteuren und Akteurinnen demokratischer Kultur vor Ort? Netzwerke bilden Infrastrukturen für demokratische Kultur, als soziale Orte, als Lernorte, als Impulsgeber, als Ermutigung. Was macht sie aus, was können wir lernen? Wie gelingt die Stadt-Land-Kooperation auf Augenhöhe?
Weitere Infos und zur Anmeldung
Bei bestem Wetter wurde die Werkstatt#3 der Neulandgewinner*Innen der Runde 4 im brandenburgischen Gerswalde durchgeführt. Bei strahlendem Sonnenschein wurde der Workshop als Wanderwerkstatt konzipiert und hat bei zwei Neulandgewinnern stattgefunden: Jan Lindenberg mit seinem Projekt "Dorfmitte Productions – Raum für Gemeinschaft"in Gerswalde und bei Thersa Pommerenke im nahe gelegenen Böckenberg mit Ihrem Projekt"Inter_Libken"
Anlässlich des internationalen Frauentags am 08. März sendete der MDR-Sachsenspiegel einen Beitrag über das FRAUEN.WAHL.LOKAL Oberlausitz.
Robert Bosch Stiftung übergibt Erfolgsprogramm Neulandgewinner.
Land lebt doch! Das ist auf dem ÜBERLAND Festival deutlich spürbar geworden. Die Mitschnitte der Hauptbühne sowie ein filmischer Einblick in die wunderbare Stimmung im Kühlhaus Görlitz sind jetzt in unserer Mediathek verfügbar.
Weitere Informationen Zum Dokufilm
Radiobeitrag des Deutschlandfunks über die Zeitung von Bürgern: Die „Unkenpost“ in der Uckermark. Projekt von Neulandgewinnerin Kerstin Hoppenhaus.
Die Raumpionierstation Oberlausitz ist „Projekt Nachhaltigkeit 2020“ des RENN-Netzwerkes geworden. Herzlichen Glückwunsch! ©Tine Jurtz
Direkt treibt Antje Sachs ihr Projekt aktuell nicht voran, weil sie beruflich und familiär stark belastet ist. Aber es läuft auch selbstgesteuert weiter – und trägt Früchte. Antjes Projektidee war, dafür zu sorgen, dass Menschen für verschiedene schwierige Lebenssituationen von Angeboten erfahren, die unterstützen können. Hierfür hatte Antje in der Gemeinde einen Kreis von 15 Ehrenamtler*innen aufgebaut, die einen Crashkurs zu unterschiedlichsten Lebensfragen besuchten: Was tun, wenn Angehörige an Demenz erkranken? Wo findet man eine Schuldnerberatung in der Region? Wer kümmert sich um psychisch Erkrankte? Wo gibt es Hilfe bei Sucht? Dank des Projekts gibt es nun im Nuthetal eine gut vernetzte Gruppe von Menschen, die bei all diesen Fragen mit Auskünften und Ratschlägen zur Seite stehen. Eine Zeitlang berieten die Ehrenamtler*innen regelmäßig auf dem Markt und in der örtlichen Apotheke. Und nach wie vor sind die ohnehin sehr Aktiven in ihren Netzwerken und in der Gemeinde als Ansprechpartner*innen bekannt. Zudem hat das Projekt dazu beigetragen, die Gemeinde Nuthetal dafür zu sensibilisieren, dass eine älter werdende Bevölkerung Unterstützung braucht. Aktuell baut die Kommune ein Helfer*innen-Netzwerk auf, um Menschen vor Ort nicht nur mit Beratung, sondern auch mit konkreten Hilfeleistungen zu unterstützten „Von Seiten der Gemeinde gibt es großes Interesse, unseren Erfahrungs- und Wissensstand festzuhalten“, stellt Antje Sachs fest. „Ich sehe das sehr positiv, was da gerade aufgebaut wird.“
203 kluge Ideen, die ein Dorf oder eine ganze Region lebenswerter machen können, sind für die Förderung in der 5. Runde Neulandgewinner der Robert Bosch Stiftung eingegangen. Dahinter stehen 203 Menschen, die Verantwortung für eine zukunftsfähige Gesellschaft übernehmen und bei sich vor Ort mit der Veränderung anfangen wollen. Es bräuchte nur #10millionen Euro und alle Projekte könnten umgesetzt werden. Die Debatte über den Osten wäre dann eine andere. Deshalb stellen wir die Menschen und ihre Visionen auf landlebtdoch vor – unabhängig davon, wer am Ende gefördert wird. Denn besonders wichtig ist die Anerkennung der Menschen vor Ort, die Wertschätzung ihrer Kompetenz. Sie kennen die lokalen Bedarfe und Herausforderungen, sie finden adäquate Lösungswege – und die richtigen Partnerschaften. Wenn sie voneinander wissen, können sie Erfahrungen austauschen, gemeinsame Aktionen starten und sich gegenseitig stärken. Viele Zukunft schaffende Projekte findet man auch im Projektkatalog – Sie können Ihre Vorhaben gerne ergänzen!
„Kinder brauchen Tiere, Kinder brauchen Pferde“, ist Renate Strohm nach wie vor überzeugt. Gemeinsam mit dem landerlebnis diemitz e. V. will sie Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Landleben und Hoftieren ermöglichen – auch und gerade, wenn deren Eltern nicht viel Geld mitbringen. Mit der Unterstützung für den Ausbau der Basisinfrastruktur (Küche, Sanitäranlage, Bauwägen) hatte die Bosch-Stiftung 2013-2015 einen ersten entscheidenden Beitrag für den Aufbau dieser Angebote auf dem Hofgelände in Diemitz in der Mecklenburger Seenplatte geleistet. Seitdem hat Renate Strohm viel Energie und Ressourcen in den Ausbau von Ferienwohnungen, Schäferwagen und einer Spielscheune auf ihrem Landwirtschaftsbetrieb gesteckt und ermöglicht damit Kindern wie Erwachsenen von nah und fern erlebnis- und lehrreiche Zeiten. Das Vereinsleben profitiert von dem lebendigen Hof mit Pferden, Eseln, Schafen, Hühnern & Co. Ein Unterstützerkreis hilft z. B. mit Garten-Knowhow, Buchhaltungskünsten, mit Handwerkswissen, Materialien oder einfach Äpfeln für die Pferde. Nach der intensiven baulichen Ausbauphase auf dem Hof gewinnt das Vereinsleben nun wieder an Fahrt. Neue Mitglieder konnten gewonnen werden. Wollverarbeitung, Werkeln in der Holzwerkstatt, ein Pony-Treck im Sommer, das nächste Osterfeuer, viel Zeit mit Pferden und unkonventionelle Begegnungen von Menschen und Tieren – es verspricht spannend zu werden das neue Jahr.
Wir möchten uns bei allen jenen bedanken, die unser OPEN Neuland „Kleine Städte, große Bühne“ am 16.11.2019 in Zeitz so wunderbar mitgestaltet haben. Wir hatten viele, ausgesprochen positive Rückmeldungen und gehen mit dem Wissen um dieses starke Netzwerk mit seinen guten Ideen daran unser FESTIVAL DER AKTEURE vorzubereiten.
Die Dokumentation des OPEN Neuland in Zeitz inklusive der Pecha Kucha-Vorträge, der Stadträume mit Bildern und den Kontakten der Akteure finden Sie in der Online-Dokumentation. Die Texte und Bilder geben einen schönen Einblick in den gemeinsam verbrachten Tag. Viele Spaß beim Lesen und hoffentlich bis bald!
Kloster Posa Kurzfilm zum OPEN Neuland
Jeden Tag konnten die Messebesucher zwei der insgesamt 19 Neulandgewinner*innen und ihrer Teams zum Zukunft-Erfinden vor Ort befragen, die den Verein Neuland gewinnen e. V. in diesem Jahr vertraten. An sechs der zehn Tage präsentierten sie sich auch im Bühnenprogramm. Besonders in Erinnerung bleiben davon gewiss die jungen Alphornbläser und die Theatergruppe aus Witzin sowie das Moortheater mit Szenen und Figuren aus „Die Grille und die Ameise“.
Großes Interesse gab es an den „Bauanleitungen“, mit denen die Neulandgewinner*innen ganz konkret beschreiben, wie ihre Projekte funktionieren.
Lust, Neulandgewinner*innen zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam ins Tun zu kommen? Dann packen Sie Ihre Koffer und kommen Sie mit auf die neuen Lernreisen von Neuland gewinnen e.V..
Erfahren Sie wie demokratisches Bürgerengagement im ländlichen Raum Ostdeutschlands funktioniert, erleben Sie wie aus alten und neuen Dorfbewohner*innen solidarische Gemeinschaften werden oder lernen Sie eine Landwirtschaft kennen, die gut für Mensch und Natur ist.
Die Reisen bieten Interessierten aus Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung oder NPOs Möglichkeiten zum Lernen, Verstehen und Tätigwerden, u.a. durch
Je nach Wunsch können auf den Lernreisen unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt und verschiedene Regionen in Ostdeutschland bereist werden. Mehr Informationen zu den Lernreisen gibt es hier.
Zu den Lernreisen Beispielreise Mecklenburg
Der Fall der Mauer vor 30 Jahren bedeutete auch für die ostdeutsche Zivilgesellschaft einen Neustart. Der Soziologe Andreas Willisch vom Thünen Institut für Regionalentwicklung koordiniert seit 2012 das Programm „Neulandgewinner“ der Robert Bosch Stiftung. Er blickt auf die Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements in Ostdeutschland – und macht, trotz einiger Probleme, Hoffnung für die Zukunft. Das ganze Interview kann auf der Seite der Robert Bosch Stiftung nachgelesen werden.
Zumindest vorübergehend ist es ruhiger geworden in der „Kombüse“ im thüringischen Ranis. Neulandgewinner Tobias Ludwig und Mitstreiter Sven Scholz-Starke hatten den Jugendclub mit Hilfe der Förderung ab 2016 als Skate-Treffpunkt ausgebaut und regelmäßige Öffnungszeiten etabliert. Dass es inzwischen ruhiger ist, liegt nicht nur daran, dass Tobias und Sven mit Hausbau und Kindern ausgelastet sind. Mit der Zeit kam leider auch die Erfahrung, dass es schwierig ist, ausreichend verlässliche Mitstreiter*innen für das Projekt zu finden. Ein Kern von fünf Leuten ist dabei. Um aber etwa die „Kombüse“ regelmäßig zu öffnen, fehlt es momentan an Menschen, die die Öffnungszeiten abdecken. „Fürs Skaten interessieren sich vor allem junge Leute“, sagt Tobias Ludwig. „Die sind eher wechselhaft, bekommen irgendwann eine Arbeit, ziehen weg. Da ist es schwer, etwas Konstantes aufzubauen.“ Die neue Skaterampe und Skatefläche auf dem Gelände der Landesgartenschau, ebenfalls im Rahmen der Förderung gebaut, werden aber weiterhin gut genutzt. Aber es geht auch in der „Kombüse“ weiter: Ein Minimalprogramm soll auch in den nächsten Monaten geben. Im Januar und Februar sind ein Didgeridoo-Workshop und eine Elektrobeats-Session geplant und im Sommer 2020 gemeinsame Veranstaltungen, so dass parallel zu Lesungen und Konzerten wieder ausgiebig geskatet wird.
Am 3. Oktober 2019 war Neuland gewinnen e. V. bei Tobias Burdukat im „Dorf der Jugend“ in der Alten Spitzenfabrik in Grimma zu Gast. Die Frage „Wer sind die Ostdeutschen heute?“ beschäftigte die Neulandgewinner*innen, weil nach nunmehr schon 30 Jahren nach der Friedlichen Revolution und der politischen Wende in der DDR die Zuschreibungen im öffentlichen und politischen Diskurs immer noch äußerst präsent sind. Manche fragen sich auch, ob es überhaupt der Konstruktion einer ostdeutschen Identität bedarf und welchem Ziel dies dienen sollte. Im Gespräch waren die Schriftstellerin und Publizistin, Annett Gröschner, die Sprecherin von Bündnis90/Die Grünen im Landkreis Görlitz, Annett Jagiela, sowie der taz-Redakteur Daniel Schulz zu erleben. Seitens des NLG e. V. redeten der Raumpionier aus der Oberlausitz Jan Hufenbach, Mario Ledderhose vom Projekt LANDWANDEL aus Menz und die Künstlerin Nikoline Kruse, Bunte Insel Staßfurt mit. Diese Veranstaltung wurde von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert..
In der ersten Förderrunde hatte Anne ein Unterrichtsmodul für Schüler entwickelt, in dem die Jugendlichen mögliche Lebensentwürfe im Oderbruch kennenlernen. Heute ist das ein wichtiger Teil der Bildungsarbeit im Oderbruch Museum Altranft. „Landschaftliche Bildung, Transfer und Öffentlichkeitsarbeit“ heißt Annes Arbeitsbereich und schließt die Zusammenarbeit mit drei Schulen ein, Tendenz steigend. Annes Tochter ist inzwischen fast drei Jahre alt und erlebt oft, worum es beim Leben und Arbeiten im Oderbruch so gehen kann: wenn das Jahresthema 2019 „Baukultur“ zum Lernen aufbereitet wird, wenn mit einem kleinen Verein am 31. August wieder ein Liederfest mit Liedern über das Oderbruch organisiert wird oder wenn in der Museumssaison zwischen Ostern und Advent Jugendliche an den Ausstellungen im Altranfter Museum mitwirken, die die Landschaft als Wohn-, Arbeits- und Lernort, als Herausforderung und Chance für die gemeinsame Gestaltung eines gelingenden Lebens vor aller Augen entsteht. Wenn Ihr Anne besuchen wollt: https://oderbruchmuseum.de/museum/kontakt.html
Viele Neulandgewinner haben im vergangenen September am TRAFO-Ideenkongress teilgenommen. Ihre Ideen und Erfahrungen sind neben denen vieler anderer Kulturakteure im ländlichen Raum in die Empfehlungen eingegangen, die das Team des TRAFO-Programms der Kulturstiftung des Bundes jetzt veröffentlicht hat.
Anett Felgenhauer („Sichtbar Weißwasser") hat ihn gefragt, was seit der Förderung durch das Programm Neulandgewinner passiert ist. „Mit Hilfe der Förderung konnten wir Kultur- und Bildungsangebote, Veranstaltungen und Familienfeste etablieren, eine enorme Reichweite erzielen und somit überregionale Wahrnehmung erreichen“, sagt Danilo Kuscher über das soziokulturelle Zentrum. „Nach wie vor passiert alles im Ehrenamt“, erzählt er. Veranstaltungen können nicht in gewünschter Anzahl durchgeführt werden. Leider fehlt es an jeglicher Unterstützung seitens der Stadt Görlitz. Die Enthusiasten des Kühlhauses schauen trotzdem nach vorne, arbeiten an neuen Konzepten, etwa Arbeits- und Lebensräume für Kreative zu schaffen. Neue Gesichter sind herzlich willkommen! Der Eigentümer des Geländes unterstützt die „Kühlhäusler“ dabei und hat eine angrenzende Brache erworben. „Diese wirtschaftliche Komponente ist sicher nicht ganz risikofrei“, sagt Danilo Kuscher, „aber sie bedeutet für die Macher im besten Falle einen festen Arbeitsplatz und kann somit den Fortbestand der kulturellen Angebote langfristig sichern."
Es erzeugte Aufmerksamkeit, von einer Hipsterisierung, Yuppifizierung oder Gentrifizierung brandenburgischer Dörfer zu sprechen, geben wir es zu! Etwa 110 Gäste kamen am 25. Februar nach Berlin Kreuzberg, um das zu diskutieren, organisiert von Stadt, Land, Work - Berlin & Brandenburg. Vor dem Hintergrund medialer Berichterstattung erzählten Grit Körmer, LEADER Regionalmanagerin und Mitinitiatorin von Dorfbewegung Brandenburg e.V., Jan Lindenberg, Neulandgewinner und Vorsitzender von Dorfmitte Productions, Annette Ochs, Mitbegründerin des Uckermark Festivals und aktiv bei Happy Locals sowie Carolin Schönwald von der Bürgerbühne Buckow und Initiatorin von Hierzulande von ihren Erfahrungen in Gerswalde, Buckow und anderen Orten. Und das klang eher normal, nach Kaffee, Kuchen sowie Alltag - und nur an einzelnen sonnigen Wochenenden summierten sich mal die Berliner*innen.
Aber die Unterscheidung zwischen "Einheimischen" und "Zugezogenen", wer sich anpassen sollte und wer über wen oder für wen spricht, zog sich auch durch die Diskussion. Die Praktiker*innen auf der Bühne wünschten sich von und für die Umzugswilligen im Publikum mehr Mietraum auf dem Land, eine Auseinandersetzung mit der Ortsgeschichte, Zuzug auch in Kleinstädte, Neugierde und Zeit zum Einleben sowie starke Allianzen der Netzwerke untereinander, dann spiele auch die Sässigkeit beziehungsweise die Herkunft keine so wichtige Rolle mehr.
Kurz gesagt: Er fährt ganz oft in die Mongolei und hilft mit, die Welt zu bewahren! Karsten ist Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik der Stadt Baruth/Mark geworden. Nach ersten ehrenamtlichen Anstrengungen ist er nun seit über einem Jahr beruflich gemeinsam mit der Partnerstadt Murun in der Mongolei mit der Umsetzung der 17 Entwicklungsziele für global nachhaltige Kommunen beschäftigt. Dieser Tage fliegt er wieder los, um an der Einweihung eines kommunalen Weiterbildungszentrums für Nachhaltigkeit, Ökologie und Handwerk teilzunehmen und die 2. Internationale Muruner Wasserkonferenz zum Jahresende vorzubereiten. Dank Karstens Arbeit hat die Stadtverordnetenversammlung von Baruth beschlossen, der Musterresolution „2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten” beizutreten. Als Vorsitzender des deutsch-mongolischen Partnerschaftsvereins Khuvsgul Club Germany e. V. macht er, was er von den Neulandgewinnern kennt: kurz- und langfristige Ziele in der Balance halten, Mitstreiter gewinnen und, wenn es um die Vermeidung von Müll geht, gleich mal die Regionalisierung
Nach der Intelligenz der Kühe gefragt, kam Anja Hradetzky in der Sendung "Neugier genügt - Redezeit" des WDR 5 ins Straucheln. Der Moderator wollte es aber auch ganz genau wissen. Die Neulandgewinnerin vom Öko-Hof "Stolze Kuh" im brandenburgischen Stolzenhagen erzählt im Beitrag über die Ruhe, die Kühe ausstrahlen, ihr Körpergewicht und ihre Signale. Anja Hradetzky hat den gewaltfreien Umgang mit Kühen unter anderem in Kanada erlernt und gibt ihr Wissen in Kursen zu Stockmanship weiter. Hört selbst nach!
Im Terminkalender des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier stand für den 22. Januar ein Gespräch zu Projekten in ländlichen Räumen mit Teilnehmer*innen des Programms "Neulandgewinner" der Robert Bosch Stiftung! An dem Empfang im Schloss Bellevue nahmen rund 30 Neulandgewinner*innen aus allen Förderrunden teil. Sie erzählten an Thementischen aus ihren Projekten. „Wir sollten die Situation in ländlichen Regionen, die manche als abgehängt bezeichnen, nicht als schicksalhaft begreifen“, sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, „denn es gibt diese Engagierten, die anpacken und Veränderung schaffen - so wie die Neulandgewinner das tun." Anerkennung wem Anerkennung gebührt!
Die internationale Grüne Woche fand vom 18. bis 27. Januar 2019 in Berlin statt und zwar erstmals mit einem Pavillon der Neulandgewinner*innen! Dieser befand sich in der Halle "Ländliche Räume" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Täglich standen Neulandgewinner*innen zum Gespräch zur Verfügung und damit Engagierte, die die Zukunft des ländlichen Raumes in ihren Dörfern und Kleinstädten in Ostdeutschland selbst gestalten. Sie berichteten über ihre Projekte, gaben Hinweise auf weitere Initiativen und stellten Kontakte her. Darüber hinaus baten zahlreiche Aktionen und Gäste Möglichkeiten des Mittuns und Lernens!
Bei Projektvorhaben in ländlichen Räumen können eine Vielzahl von Förderprogrammen unterstützen. Nun stellt das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) in einer neuen Broschüre "Gutes gedeihen lassen. Mit Fördermitteln demokratische Kultur und Engagement in ländlichen Räumen stärken" anhand anschaulicher Praxisbeispiele verschiedene Fördermöglichkeiten im Themendreieck Demokratiestärkung, Engagement und Ländliche Entwicklung vor. Auch gedruckte Exemplare dieser großartigen Zusammenfassung sind erhältlich, so lange der Vorrat reicht...
Thomas Winkelkotte weiß, dass es nicht immer beim ersten Versuch klappen muss. 2013 hat er als Neulandgewinner der ersten Runde eine gemeinnützige Mobilitätssicherung im Landkreis Märkisch-Oderland initiiert. Er wollte dem mangelnden Nahverkehr durch eine sichere Form des Trampens begegnen, mit Registrierung von Fahrer*innen und Tramper*innen. Heute sieht er sein Projekt als gescheitert, „alle hatten die Kleber im Auto, aber keiner wollte sich an die Straße stellen", erzählt er. Nun ist er Fahrer von Otto, dem Begegnungsbus von Neulandgewinner Fabian Brauns. Winkelkotte ermöglicht damit beispielsweise geflüchteten Menschen aus vier Heimen um Buckow, an Demonstrationen teilzunehmen oder spezielle Lebensmittel in Berlin einzukaufen.
Zum Projekt Zum Erfahrungsbericht
Der Werkzeugkasten bietet Instrumente für zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Initiativen und Organisationen, um an Themen wie Fundraising, Wissenstransfer, Strategieentwicklung und Entscheidungsprozessen zu arbeiten. Das Do-It-Yourself Toolkit beinhaltet Methoden, Workshopdesigns, Arbeitsblätter und Konzeptpapiere. Spielerisch können die verschiedenen Formate mithilfe von Figuren, Karten und Postern selbst moderiert und organisiert werden. Diese unterstützenden Werkzeuge stehen online oder zum Herunterladen zur Verfügung! Sie wurden von zivilgesellschaftlichen Akteur*innen über einen Zeitraum von zwei Jahren entwickelt und sind jetzt offen zugänglich.
Am Tag der Deutschen Einheit kamen zahlreiche Gäste nach Menz, um mit der Migrationsforscherin Naika Foroutan ostdeutsche Selbstverständnisse zu diskutieren. Eingeladen hatte Neuland gewinnen e. V. sowie Mario Ledderhose mit der HEIMATschule Menz. Die Politologin Foroutan von der Humboldt-Universität Berlin stellte eingangs dankenswerterweise ein Forschungsprojekt über Stereotype vor. Ihre Hypothese: Die Diskriminierung von Ostdeutschen ähnelt inhaltlich der von muslimischen Migrant*innen. Die Gäste, Naika Foroutan, Daniel Schulz von der taz und Andreas Willisch vom Thünen-Institut für Regionalentwicklung brachten eigene Erfahrungen ein und fragten, wer mit „ostdeutsch“ gemeint ist: DDR-Bürger*innen, Menschen, die sich gegenwärtig in Ostdeutschland engagieren oder jene, die dort geboren sind? Und bedarf es überhaupt der Konstruktion einer ostdeutschen Identität, um mehr Gleichheit zu erreichen? Viel wichtiger als die Frage, woher wir kommen, schien am Ende die Frage, wohin wir (gesellschaftlich) wollen.
Gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung startet das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement ein neues Onlineportal zu Engagement und Demokratiestärkung im ländlichen Raum! Dort werden gute Praxisbeispiele – von kleinen Aktionen bis zu mittelfristigen Förderprojekten gesammelt. Auch die Schattenseiten werden beleuchtet: Welche demokratiefeindlichen Gruppierungen gibt es in ländlichen Räumen und was können wir ihnen gemeinsam etwas entgegensetzen? Schaut vorbei!